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Mein erstes T-ShirtQuelle: AmazonISBN: 3492237398 7,95 EUR
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Features
Beschreibung
Der junge Mann mit der Hornbrille und dem ironischen Gesichtsausdruck hat ein Buch geschrieben, das so erstaunlich (gut) ist, dass es gar nicht so einfach ist, auf Anhieb etwas Schlaues darüber zu sagen. Zum Glück ist das auch gar nicht nötig, denn das hat im Vorwort bereits Wladimir Kaminer erledigt, der neben seiner Tätigkeit als Berlinologe und Betreiber der Russendisko in seiner Freizeit auch noch Jakob-Hein-Experte ist: "Jakob Hein ist ein Staubsauger. Konsequent und unermüdlich saugt er alles auf, was er um sich herum sieht, und verarbeitet die eigene und fremde Realität in akkurate, zweieinhalb Seiten lange Geschichten, die in einer angenehmen, leicht verständlichen Sprache verfasst sind."Die Realität, die im vorliegendem Fall geschildert wird, ist die eines Jugendlichen im Ostdeutschland Erich Honeckers und erstreckt sich zeitlich von den späten 70ern -- als der achtjährige Jakob H. eine der kleinsten Untergrundzeitschriften der DDR herausgab -- über die Hein'sche Pubertät (die mit den mittleren 80er-Jahren zusammenfällt) bis hin zum Fall der Mauer. Unerschrocken werden wichtige Tabuthemen angesprochen (Westfernsehen, übellaunige Sportlehrer, Alkohol!), der sozialistische Arbeitsethos erläutert ("Los, schwing deinen Hintern hoch, ich möchte heute um halb zehn das erste Mal gekotzt haben!") und typische Adoleszenz-Dramen verhandelt (wie soll man sich zur Existenz von Poesiealben verhalten, wie gegenüber bescheuerten Mitschülern, deren Väter aber coole E-Gitarren besitzen?)
Was Florian Illies mit Generation Golf für die bundesrepublikanischen 80er-Jahre gelungen ist, hat Jakob Hein nun für das letzte Jahrzehnt im real existierenden Sozialismus vorgelegt: eine ironische Reminiszenz an eine (trotz allem) schöne Zeit der Unschuld namens Jugend. Scharf beobachtet und mit gekonnter Unbekümmertheit erzählt, bleibt Mein erstes T-Shirt dennoch fernab jeglicher Idylle: "Wenn Leute sagen, sie möchten nochmal 14 sein, dann kann man ihnen doch eigentlich genau das nur lebenslänglich wünschen. Bis in den Tod engstirnigen Lehrern ausgeliefert, Mitternacht zu Hause, kein eigenes Geld, ständig irgendwelche lächerlichen Moden mitmachen und dann trotzdem nicht an Jessica Drechsler rankommen." Das musste mal gesagt werden. --Axel Henrici
Kunden Meinungen
Lustige Geschichten und drollige Streiche
Datum:31.08.2006 - Rating: 4/5Entgegen meinen Vorrezensenten finde ich, dass man das Buch auch ohne DDR-Sozialisation lesen kann. Jakob Hein umreißt seine Jugend im OstBerlin der 80er in etlichen Kurzgeschichten und Anekdoten, was ihm auch auf humorvolle Weise gelingt. Wie oft bei solchen Jugenderinnerungen sind die Geschichten wahrscheinlich nicht alle selbst oder genauso erlebt, aber das muss dem Lesevergnügen ja keinen Abbruch tun. Das Büchlein ist wohl nicht nur mit der Attitüde verfasst, ins Ostalgie-Horn zu tuten, sondern mit einer gesunden Prise Selbstironie. Nicht alle Geschichten sind gleich gut, Chronologie geht auch manchmal durcheinander, was mich aber eigentlich nicht stört. Der Bukowski-Vergleich von Kaminer im Vorwort dieser Ausgabe ist natürlich Kokolores (nur weil da auch mal gesoffen wird und die Geschichten recht kurz sind). Ich selbst habe mich jedenfalls ziemlich gut amüsiert, eben weil man die ganzen Geschichten auch irgendwie kennt (Lehrer, Begegnungen mit der Arbeitswelt, irrationale Verbote..). Fazit: Witziges Buch, will das ganze nicht unbedingt Lausbubengeschichte nennen (schließlich kommt ja auch Punk und Politik darin vor) , ist auch was für Kinder ab 9 zum abends vorlesen. Weiterempfehlung!
Eher Schrott
Datum:19.01.2005 - Rating: 2/5Obwohl das Buch einiges enthielt, was schon tief in meiner Erinnerung verschwunden war und mich auch wirklich erheitert hat, hat es mich doch eher enttäuscht.
Offensichtlich verarbeitet Jakob Hein etliche Informationen in der "ich-Erzählweise", die er nicht selbst bewußt erlebt hat. Man sollte im Hinterkopf haben, dass er zu Wendezeiten ca. 18 Jahre alt war. Er beschreibt aber Dinge, die stattfanden, als er eher im Kindergartenalter oder gar im prenatlen Zustand war, was natürlich von der schriftstellerischen Warte aus legitim sein könnte. Seinen in einer Art Inanspruchnahme "künstlerischer Freiheit" folgenden Verzerrungen kann man eventuell noch tollerant gegenüber stehen. Aber leider enthält das Buch auch an den Stellen falsche Fakten, an denen der Leser Korrektheit erwarten können sollte. Ich weiß zum Beispiel nicht, wie Jakob in der 5. Klasse in die FDJ aufgenommen werden konnte. War er dreimal "hängengeblieben"? Von ähnlichem Kaliber gibt es einige "falsche Tatsachen", die insbesondere für die Leser, die nicht aus der ehemaligen DDR stammen nicht als falsch zu erkennen sind. Ich würde daher soweit gehen, zu sagen, dass das Buch zur Verdummung von Lesern beiträgt. Ich kann es daher insbesondere für Leser aus den "alten Bundesländern" nicht empfehlen! Auch für die anderen birgt es die Gefahr der "Erinnerungsverzerrung".
Ich finde es auch irritierend, dass Jakob Hein, Dinge, die er in der Gymnasialstufe erlebte, verallgemeinert als Alltag einer beliebigen polytechnischen Oberschule der DDR darstellt (zeitlich vorverlagert und im übrigen gespickt mit einigen "kleinkindlichen" verbalen Racheattacken gegen Lehrer, mit denen er offensichtlich ein persönliches Problem hatte; was hatte ihm sein Sportlehrer getan? Warum kommt dagegen der systemtreue Russischlehrer Herr Dr. Leroplott so gut weg, der nebenbei gesagt schon einige Jahre für Margot Honecker gedolmetscht hatte?). Bei allem, was daran eventuell in Abschwächungen auf andere Schulen "dieses Schweinesystems" übertragbar wäre, handelte es sich doch eher um ziemlich einseitig dargestellte Episoden aus einer sehr speziellen Schule - zugegeben, ich kenne sie zufällig (:-))- (die alles andere als eine Durchschnitts-Schule in Ost-Berlin war). Eine Verallgemeinerung sollte also sehr mit Vorsicht genossen werden.
Also: Wären die Basisfakten des Buches "geschichtlich korrekt" und "würden sie mit Herrn Hein nicht an einigen Stellen des Buches durchgehen", an denen er offensichtlich mehr wollte, als er vermochte zu Papier zu bringen, so wäre das Buch nicht schlecht.
Es scheint mir auch, der Stil orientiert sich an einigen erfolgreichen "Reisserromanen" der letzten Jahre, wie z.B. "Generation Golf". Aus besagten Gründen ist es aber eben leider nicht die "Generation Trabant" geworden :-).
Noch mehr davon...
Datum:28.12.2004 - Rating: 5/5Dieses Buch ist die Wiederentdeckung meiner fast vergessenen Jugend .... Alles hat gestimmt... Tolles Buch, sehr ironisch und vielleicht nicht für "Wessimann" verständlich....
Das Buch "Zonenkinder" von Jana Hensel ist dagegen langweilig und schleppend geschrieben.
Unbedingt mal lesen...
Mal mehr, mal weniger komisch
Datum:24.06.2004 - Rating: 3/5Sie lesen sich rasch, die Episoden aus Jakobs jungen Jahren in der alternden DDR. DDR-spezifisches Erleben mischt sich mit den ganz normalen Pubertätsschwierigkeiten eines heranwachsenden Knaben. Mit Ironie, Witz und Sinn für Situationskomik spießt er Alltäglichkeiten auf. Seine Sprache ist betont schlicht und verleitet vielleicht dazu, den einen oder anderen Wortwitz zu überlesen. Das wäre schade. Hein nimmt sich und die dahingeschiedene DDR nicht über Gebühr ernst und der Leser sollte genau so verfahren.
sehr amüsant
Datum:17.07.2003 - Rating: 4/5hat mir gut gefallen, das buch. ist locker, leicht, spritzig. mußte mich nicht schütteln vor lachen, habe aber oft beim lesen geschmunzelt. ist was für ein verregnetes wochenende.
